Egon Zehnder
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Die Wirtschaft hat sich auf den Weg der digitalen Transformation gemacht. Den meisten Unternehmen ist heute bewusst, dass die Umwälzung sie im Kern trifft und dass ein epochaler Umbruch eingesetzt hat. Doch was unterscheidet Organisationen, die ein beeindruckendes Tempo vorlegen, von solchen, die deutlich langsamer vorangehen?

Die Haltung, mit der Führungspersönlichkeiten die digitale Transformation umsetzen, gehört zu den oftmals wenig beachteten Erfolgskriterien. CEOs, die heute in digitalen Vorreiterunternehmen tiefgreifende, wenn nicht disruptive Veränderungsprozesse vorantreiben, wissen dabei oft über ein Erlebnis zu berichten, das sie im Nachgang als Wendepunkt in ihrem eigenen Verstehen und Handeln ansehen. Sie hatten ihr „digitales Urerlebnis“.

Eine fast beiläufig gestellte Frage eines jungen Start-up-Gründers oder die intensive eigene Beschäftigung mit Anwendungen, die die Sprengkraft digitaler Wertschöpfungsketten demonstrieren – es gibt viele Momente, die digitale Urerlebnisse auslösen.

Die Forschung sagt uns: Etwas mental verstanden zu haben, heißt noch lange nicht, dass man demgemäß handelt. Denn: „Wir können keine Dinge tun, die wir uns nicht in irgendeiner Form veranschaulichen können, zu denen wir keinen sinnlichen Bezug haben“, wie der Ulmer Kognitionspsychologe und Neurowissenschaftler Markus Kiefer erklärt. Für den Prozess der Digitalisierung heißt das: Noch so gute Argumente allein genügen nicht.

Menschen, die mit Kopf, Herz und Bauch „verstanden“ haben, strahlen mehr aus als strategische Notwendigkeiten. Sie begeistern. Sie sind in der Lage, als Vorkämpfer in der eigenen Organisation Brücken zu bauen zwischen den extrem unterschiedlichen Welten, die hier aufeinandertreffen: der eher hierarchischen und starren Organisation der Gegenwart und der flexiblen, innovativen und risikobereiten Organisation der digitalen Zukunft.

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