Egon Zehnder
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Michael Vassiliadis, Vorsitzender der IG BCE, spricht über den Umbau seiner Organisation, die Zusammenarbeit der Eliten und die Aufgaben einer Zukunftsgewerkschaft.

Focus: Sie sind vor 30 Jahren in die Gewerkschaft eingetreten. Wie haben Sie die Rolle der Gewerkschaften in dieser Zeit erfahren?

Michael Vassiliadis: Einerseits ist unsere IG BCE im guten Sinne eine traditionelle Gewerkschaft: Wir haben noch starke Industrien mit funktionierenden, stabilen Strukturen, also zum Beispiel mit guten Tarifverträgen von hoher Bindekraft und mit ordentlicher Bezahlung. Andererseits sind wir mittendrin im harten und schnellen Wandel. Die Chemie, die Pharmazie und viele andere unserer Branchen – das sind die Industrien, die sich seit vielen Jahren dem globalen Wettbewerb stellen. Das heißt: Innerhalb dieser Stabilität waren wir gezwungen, Flexibilität zu organisieren und die Themen der Veränderung realistisch zu sehen und zu managen.

Focus: Ist das spezifisch für Ihre Gewerkschaft?

Vassiliadis: Die Chemiker haben von Beginn der Industrialisierung an eine besondere Kultur ausgebildet. Das korrespondierte mit ihrer Arbeitsorganisation. Um 1870 etwa sah ein chemischer Betrieb so aus, dass da ein Chemiker experimentierte und mit einer Handvoll Gehilfen Farben anrührte. Heute würde man von Garagenfirmen sprechen. Die hatten nicht diesen industriellen Kontext wie die Schwerindustrie oder der Bergbau. Und in dieser Zeit ist eine andere Kultur entstanden.

Focus: Eine Kultur des Miteinanders von Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Vassiliadis: Genau, aber das war eher nicht demokratisch, sondern karitativ geprägt. Als die chemische Industrie größer wurde, bauten die Arbeitgeber eine beeindruckende soziale Infrastruktur auf: Die Leute konnten sich waschen und duschen, konnten da essen und so weiter. Und jetzt kommt der politische Teil: Schon in den zwanziger Jahren haben die Arbeitgeber in der Chemie freiwillig so etwas wie Vertrauensleute eingeführt, eine Art Klassensprecher der Belegschaft. Was sie nicht durften, war Mitglied einer Gewerkschaft zu sein. Nach dem Krieg hatten wir zwar Mitglieder, aber inhaltlich kamen wir oft nicht wirklich rein in die Betriebe. Anders als bei der IG Metall basierte unsere Arbeit häufig auf einer intelligent gemanagten Distanz.

Focus: In den siebziger Jahren gab es aber auch bei Ihnen Arbeitskämpfe.

Vassiliadis: Aber Ende der Siebziger haben wir uns ganz systematisch inhaltlich und organisatorisch neu aufgestellt. In enger Kooperation mit den Betriebsräten wollten wir den Arbeitgebern nicht mehr die Ausrede lassen, wir würden sozialistische Umtriebe planen.
Das erforderte Geduld, denn die Angriffe auf so etwas wie Sozialpartnerschaft sind natürlich allgegenwärtig, und bis Sie so eine Stabilität haben wie bei uns, wo man auch mal eine Krise aushält – das dauert. Jetzt können wir beispielsweise miteinander über Leiharbeit streiten, was wir gerade tun, ohne dass dieser Konflikt mit wechselseitigen Drohungen öffentlich begleitet wird. Aber das hat wirklich lange gedauert, dahin zu kommen.

„Wir haben die intellektuelle Kapazität, Zukunfts­trends aufzugreifen und zu thematisieren.“

Focus: Sie haben unterschiedliche Gewerkschaftskulturen angesprochen – Ihre, die der IG Metall, und auch Verdi hat eine eigene. Welche meinen Sie, wenn Sie von Zukunftsgewerkschaft sprechen?

Vassiliadis: Unsere Vorstellung von Zukunftsgewerkschaft orientiert sich nicht an struktureller Größe, sondern an konzeptioneller Stärke. IG Metall und Verdi sind drei Mal so groß wie wir. Uns zeichnet im Vergleich vielleicht besonders aus, dass wir unsere Positionen stets einem Realitätscheck unterwerfen. Die IG BCE ist sicherlich auch die Organisation, die ihre intellektuellen Kapazitäten so organisiert, dass wir Zukunftstrends aufgreifen und thematisieren. Wir versuchen natürlich, unsere Erfahrungen zu verbreitern und sind uns da in der Regel mit der IG Metall sehr einig, schon deshalb, weil die Industriegewerkschaften ähnliche Herausforderungen bewältigen müssen.

Focus: Zukunftstrends – was heißt das konkret?

Vassiliadis: Das heißt, dass sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen tiefgreifend wandeln. Auch für die am höchsten qualifizierten Beschäftigten verändern sich die Jobs, verändern sich die Zukunftsperspektiven. Manchen gefällt das. Aber zu einem Teil verlaufen diese Prozesse chaotisch. Da kann ich mir eine gewerkschaftliche Arbeit vorstellen, die eher partnerschaftlich oder beratend agiert. Das ergänzt die Normierung durch Tarife. Nehmen Sie die Frage der Leiharbeit – die betrifft durchaus qualifizierte Beschäftigte, aber die Folgen, die daraus langfristig entstehen, sind noch nicht wirklich geregelt. Oder: Jedes Jahr bleiben 70 000 junge Leute ohne Schulabschluss. Wie bringen wir die Menschen wenigstens an den Startblock des Lebens? Das kann nicht alles nur der Staat machen.

„Wenn es uns nicht gelingt, dem normalen Arbeitnehmer ein Gesicht zu geben, werden wir verlieren.“

Focus: Ist es – wie Gesine Schwan einmal sagte – die Hauptaufgabe der Gewerkschaft, die Würde des Menschen zu sichern?

Vassiliadis: Das ist natürlich eine Aufgabe von Gewerkschaften, aber unser Gestaltungsanspruch geht weit darüber hinaus. Gewerkschaften haben aus meiner Sicht drei Funktionen. Die eine ist der Schutz. Da stellen sich heute andere Fragen als 1890, aber die Funktion ist immer noch aktuell. Dann die Gestaltung. Das heißt, unsere Kraft und Intelligenz einzusetzen, um in freien Verträgen Notwendiges zu regeln, das der Staat nicht regeln soll, kann oder will. Und schließlich der politische Auftrag, also ein Beitrag dazu, wie die Gesellschaft und die Welt nach der Wirtschafts­krise aussehen sollten. Das ist der programmatische Blickwinkel, den finde ich hochinteressant. Bei allen prekären und neuen Beschäftigungsverhältnissen – wenn es uns nicht gelingt, dem ganz normalen Arbeitnehmer und seinen Interessen Gesicht und Ausdruck zu geben, dann werden wir verlieren.

Focus: Sie haben einmal gesagt, Gewerkschaften müssten Treiber von Innovation und technischem Fortschritt sein, denn das sei der Wohlstand von morgen. Ein ungewöhnliches Statement für einen Gewerkschafter.

Vassiliadis: Ich finde das nicht ungewöhnlich. Wir haben einzigartige Möglichkeiten und wollen sie nutzen. Wir sind die Einzigen, die ganz tief im ökonomischen System verankert sind und mit der Mitbestimmung sogar Organzugang haben. Ich kann die Themen, die ich für wichtig halte, mit Herrn Hambrecht von der BASFunmittelbar besprechen. Das kann ich aber auch mit Frau Merkel. Und als Vorsitzender der IG BCE habe ich genauso Zugang zu den Parteien. Und wir Gewerkschafter wirken ebenso in die Gesellschaft hinein. Meine Organisation kann sagen: Hier gestalten wir selbst. Aber ich kann auch ein Gespräch abbrechen und meine Mitglieder auf die Straße führen, wenn es notwendig sein sollte. Innovationstreiber zu sein heißt vor allem, dass man eine Rolle innerhalb des Systems übernimmt. Wir wollen Garanten und Unterstützer erfolgreicher Unternehmen und guter Governance sein, um damit am Ende Beiträge zu einer gerechten, leistungs- und zukunftsorientierten Gesellschaft zu leisten.

Focus: Liegen nicht schon in den klassischen Aufgaben so viele Zielantinomien, dass die vielleicht gar nicht auflösbar sind, wenn es um Zukunftspolitik, Innovation und all diese Themen geht?

Vassiliadis: Das kommt darauf an, wie Sie Ihre eigene Identität formulieren. Ich bin überzeugt, dass es keine echte Alternative zur Sozialen Marktwirtschaft gibt. Das heißt nicht, mit allen Erscheinungen und Ergebnissen marktgetriebener Wirtschaftsweise einverstanden zu sein. Aber wir wollen Probleme innerhalb und mit Mitteln der Sozialen Marktwirtschaft lösen.
Das Zweite ist, wir stellen Ansprüche an Zukunft und Innovation. Und das macht es für die andere Seite gelegentlich etwas unangenehm, denn Ansprüche sind etwas anderes als Forderungen. Das muss nicht immer funktionieren. Wenn Sie keinen Arbeitgeber auf der anderen Seite haben, der mit Ihnen auf Augenhöhe redet, dann haben Sie keine andere Möglichkeit, als mit gewerkschaftlichen Mitteln dafür zu sorgen, dass er schließlich mit Ihnen redet.

Focus: Sie beobachten sicherlich auch die zunehmende Sprachlosigkeit zwischen Politik und Wirtschaft. Kann eine so homogene Gewerkschaft, wie Sie sie vertreten, helfen, den Konflikt aufzulösen?

Vassiliadis: Ja. Ich glaube, dass wir Übersetzer sein können. Allerdings müssen wir auch Missverständnissen vorbeugen. Wir gelten als Industriepolitikgewerkschaft, die eng mit den Arbeitgebern zusammensteht. Das entstammt dieser Phase der späten achtziger Jahre, als die Chemiebranche unglaublich unter Druck stand. Damals sind wir zusammengerückt und haben für Arbeitsplätze und Standorte gekämpft. Das gilt bis heute: Falls politische Entscheidungen Standorte und Branchen bedrohen, wehren wir uns gemeinsam. Aber wir können natürlich nur Mittler sein, wenn wir beiden Seiten gegenüber kritisch sind. Und das tun wir gerade, indem wir über den Nachhaltigkeitsbegriff Themen zurückholen. Wir bleiben bei unseren Industrien, das ist klar, aber wir bewahren uns einen unabhängigen Blick, sonst könnten wir diese Brückenfunktion nicht wahrnehmen.

„Wir können natürlich nur Mittler sein, wenn wir beiden Seiten gegenüber kritisch sind.“

Focus: Gelingt Ihnen der Brückenschlag auch zu den Eliten?

Vassiliadis: Ich bin Vorsitzender des Präsidiums der Stiftung Neue Verantwortung und halte dieses Forum für ein gutes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit aussehen kann.
Ich meine aber, dass zwei Dinge nötig sind. Das eine ist, dass sich Organisationen, Unternehmen, Parteien genau fragen: Was an ihren Strukturen ist wirklich zielführend, um Entscheidungen auf den Weg zu bringen? Und was davon ist hinderliche Hierarchie? Mir scheint, dass wir noch zu stark den Nutzen von hierarchischen oder von gegebenen Entscheidungsstrukturen akzeptieren und sie zu wenig in Frage stellen. Aus realer, manchmal begründungsloser Hierarchie erwächst gelegentlich elitäres Handeln. Und damit zu den Eliten: Über die Intelligenz und die Ausbildung der Teilnehmer in der Stiftung Neue Verantwortung müssen wir nicht reden. Die Frage ist vielmehr: Was leitet diese Menschen? Was bringt sie zusammen, und was bringt sie nicht zusammen? Darüber muss man ehrlich reden. Wenn man diese Frage nicht stellt, dann wird es elitär. Dann bleibt man in seiner Gruppe und erzählt sich selbst, wie man die anderen einschätzt. Ich finde, dass wir da unglaublich viel Power verschenken, weil es nicht hinterfragt wird.

Focus: Sie haben den Prozess des Wandels angesprochen. Wie läuft so etwas in einer Gewerkschaft ab?

Vassiliadis: Wir haben unsere Fusion mit der IG Bergbau und Energie sowie der Gewerkschaft Leder 1997 zum Anlass genommen zu analysieren, wie wir dastehen, und uns gefragt, wie eine gewerkschaftliche Organisation von übermorgen aussehen muss. Als ein wesentliches Thema haben wir zum Beispiel die Personalrekrutierung ausgemacht. Unsere innere Beschäftigungssituation ist dadurch gekennzeichnet, dass wir motivierte Leute haben, aber kaum Fluktuation. Dadurch ist die Entscheidung, wen wir an Bord nehmen, für uns noch wichtiger als für ein Unternehmen. Und deswegen haben wir die Rekrutierungsrichtlinie ver­ändert. Das Symbol dafür war das Assessment Center. Da gab es anfangs durchaus Konflikte. Aber über die Zeit, also über zehn Jahre hinweg haben wir ein Drittel der Beschäftigten aus dieser Rekrutierung gewonnen. Das sind zum Teil andere Leute – von der Qualifizierung und vom Werdegang her – als zuvor. Das gilt auch für die Zusammensetzung der Geschlechter. Und vor allem stammen sie aus den Zielgruppen, die wir für die Zukunft brauchen.

Focus: Können Sie ein Beispiel nennen?

Vassiliadis: Wenn man sich diese Zielgruppen anschaut – man kann sie zum Beispiel nach Branchen oder nach Qualifikationsprofilen sortieren –, dann brauchen wir Entsprechungen in unserem eigenen Team. Wir haben daher Chemiker an Bord genommen, Juristen, Politologen und so weiter. Wir bringen da verschiedene Welten zusammen, und das stellt hohe Anforderungen ans Personal- und ans Kulturmanagement.

Focus: Wie versöhnen Sie denn die ältere Generation mit der neueren?

Vassiliadis: Was bei den Unternehmen ein Auslandsaufenthalt ist, das ist bei uns der Bezirksaufenthalt. In einer Organisation wie der unseren müssen Sie Ihre Mitglieder kennen. Unsere Mitarbeiter müssen daher in die Bezirke, auch wenn das nicht immer ganz einfach ist. Diese Phase ist aber weitgehend abgeschlossen; wir sind mittlerweile gut gemischt und jünger geworden. Nun beginnt eine neue Phase: Während wir früher Seminare angeboten haben, um die fachliche Kompetenz unserer klassischen Klientel zu stärken, müssen wir heute manchen Mitarbeitern näherbringen, was das tägliche Geschäft einer Gewerkschaft ist. Die können vielleicht einen Gesetzesentwurf schreiben, aber sie müssen auch auf einer Betriebsversammlung so reden, dass man sie versteht.

Focus: Sehen sich Ihre Gewerkschaftssekretäre im Selbstverständnis noch als Funktionäre?

Vassiliadis: Funktionäre würde ich nicht sagen. Sie sind Repräsentanten unserer Organisation und deren Kultur. Wir sind relativ klar in der Ansage unserer Ziele, und viele unserer Funktionen sind zentralisiert. Aber in den Bezirken genießen die Sekretäre auch große Freiheiten, und im Moment sind wir dabei, ihnen eine noch größere Selbständigkeit zu geben. Allerdings: Mehr Freiheit bedeutet natürlich auch mehr Verantwortung.

Focus: Man hört in vielen Unternehmen, dass die Probleme immer komplexer werden und die Gewerkschaftsvertreter sie nicht mehr verstehen. Wie schätzen Sie ihre Fachkompetenz ein?

Vassiliadis: Es mag sein, dass uns für bestimmte Fragestellungen gelegentlich die Detailkompetenz fehlt. Aber in der Mehrzahl der Fälle halte ich dieses Argument für vorgeschoben. Hinzu kommt: In den entscheidenden Fragen geht es nicht um – beispielsweise – fiskalische Finessen, zum Beispiel ob man sich im Steuerrecht derUSA auskennt, sondern darum, ob man die strategischen Kompetenzen hat. Übrigens kann selbst in solchen Fällen ein Blick von außen mitunter von Vorteil sein.
Die Gewerkschaften haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen zur zusätzlichen Qualifizierung unternommen. So haben wir in Zusammenarbeit mit Universitäten neue Ausbildungsgänge entworfen, die auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind. In Göttingen beispielsweise gibt es bereits einen Studiengang für Gewerkschaftsmanagement mit dem Abschluss des Master of International Labour Studies. Es gibt also klare Tendenzen, unsere Ausbildung zu professionalisieren. Und wenn wir über Defizite reden, dann sollten wir auch die Entscheidungsträger in den Unternehmen nicht außen vor lassen. Da entspricht das faktische Handeln keineswegs immer der Komplexität der wirtschaftlichen, ökologischen, sozialen, politischen und gesellschaftlichen Anforderungen.

Focus: Können Gewerkschaften eine Art Agent des gesellschaftlichen Wandels sein?

Vassiliadis: Im Prinzip sind wir das bereits. Wenn Sie sich ansehen, was in den letzten 20 Jahren in diesem Land geschehen ist: Personalabbau, Anpassung, Veränderungen ohne Revolten oder große soziale Unruhen – das alles wäre ohne die Bindekraft der Gewerkschaften nicht möglich gewesen. Wir, die IG BCE und die Betriebsräte, haben unseren Leuten gesagt: „Wir gehen durch den Wandel, damit es nachher besser wird.“ Und unsere Mitglieder sind uns in tiefem Vertrauen gefolgt. Um nicht missverstanden zu werden: Es kann nicht unsere Hauptaufgabe sein, unseren Mitgliedern Wandel zu vermitteln. Aber die Funktion des Change Agent haben wir sehr erfolgreich ausgeübt.

Das Interview mit Michael Vassiliadis in der Verbindungsstelle der IG BCE in Berlin führten Johannes Graf von Schmettow, Egon Zehnder, Düsseldorf (links), und Jörg Ritter, Egon Zehnder, Berlin.

Michael Vassiliadis

Michael Vassiliadis ist Vorsitzender der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). Er kam am 13. März 1964 in Essen als Sohn eines Chemiearbeiters zur Welt, der erst wenige Jahre zuvor aus Griechenland nach Deutschland gekommen war. Nach dem Realschulabschluss 1980 begann Vassiliadis eine Lehre als Chemielaborant bei Bayer. Gleichzeitig trat er in die Gewerkschaft ein und wechselte nach Abschluss der Ausbildung und dreijähriger Tätigkeit in seinem Beruf 1986 als Vorstandssekretär in die Verwaltungsstelle der IG Chemie in Leverkusen. Deren Vorsitzender Hubertus Schmoldt wurde auf ihn aufmerksam und förderte ihn. Nach der Fusion der IG Chemie mit der IG Bergbau und Energie im Jahre 1997 holte Schmoldt Vassiliadis als seinen Büroleiter in die Zentrale nach Hannover. 2004 zog er in den Bundesvorstand ein und übernahm dort die Zuständigkeit für Betriebsräte, Bildung und Jugend. Fünf Jahre später, im Oktober 2009, wurde er mit 97,1 Prozent der Stimmen als Schmoldts Nachfolger zum Vorsitzenden der IG BCE gewählt. Vassiliadis gehört vier Aufsichtsräten an, berät die Bundesregierung als Mitglied des Nachhaltigkeitsrates und ist Vorsitzender des Präsidiums der Stiftung Neue Verantwortung. Er ist geschieden und hat zwei Söhne.

FOTOS: JENS PASSOTH

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