Egon Zehnder
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Neuland: Wissen wir, was wir wollen?

Impulse für die digitale Transformation (1/5)

Die digitale Transformation verlangt Unternehmen alles ab. Eine zentrale Herausforderung ist der Übergang von hierarchischen und starren Strukturen zu den jetzt benötigten flexiblen und innovativen Formen.

Mit welchem Führungsteam kann diese Aufgabe am besten bewältigt werden? Diese naheliegende Frage wird oft viel zu früh diskutiert.

Zunächst müssen die digitalen Ziele klar definiert werden. Nur dann lassen sich notwendige Veränderungen im Unternehmen nachhaltig und effektiv umsetzen. Digitalisierung ist dabei notwendiger und integrierter Bestandteil einer Gesamtstrategie.

Diese Aufgabenstellung klingt einfacher, als sie ist. Denn viele veränderungswillige Führungspersönlichkeiten und -teams haben Schwierigkeiten, traditionelle und neue digitale Vorgaben miteinander zu vernetzen und klare Ziele zu formulieren. Möglicherweise werden erst in vertiefenden Diskussionen Vorbehalte sichtbar, die eine konsequente digitale Neu-Orientierung erschweren. Diese Vorbehalte verhindern, dass gewohnte Modelle und Praxen in Frage gestellt werden. Das ist nicht verwunderlich: Digitale Transformation kann auf Einzelne immer auch bedrohlich wirken. Niemand schafft seinen eigenen Aufgabenbereich und damit gefühlt sich selbst gerne ab.

Die neuen digitalen Ziele sind nicht mit den strategischen Vorhaben vergangener Jahrzehnte zu vergleichen: Das Umfeld verändert sich laufend, alte Industriemechanismen und wirtschaftliche Bedingungen gelten nicht mehr. Die größten Konstanten heißen heute Unsicherheit und Kurzfristigkeit. Das starre Festhalten an einmal gesetzten Zielen führt nicht zum Erfolg. Es braucht Flexibilität – und gleichzeitig eine klare Haltung.

Gesucht wird eine völlig andere, neue Agilität, Risikofreude und – damit einhergehend – Fehlertoleranz. Immer wieder ausprobieren, vielleicht scheitern, daraus lernen, umorientieren oder nachjustieren, neu beginnen – so erobern Unternehmen digitales Neuland und eine insgesamt volatile Zukunft. Das kann nur funktionieren, wenn alle von einem neuen, toleranten, innovativen Geist durchdrungen sind.

Dafür braucht es eine Führung, die diesen Kulturwandel glaubwürdig vorlebt und digitale Ziele im Bewusstsein des Unternehmens verankert – trotz aller Probleme, berechtigten Zweifel, Misserfolge und Rückschläge, die es zwangsläufig geben wird. Hier sind echte Persönlichkeiten gefragt, die nachhaltig begeistern können.

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