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Presse

In den Medien

Die Digitalisierung erfordert ein Umdenken – auch was die Karriere in den Führungsetagen betrifft: Technikkompetenz werde immer wichtiger, konstatiert Sebastian Wolking in einem Beitrag der VDI Nachrichten. Für Thorsten Gerhard, Leiter der Industrial Praxisgruppe von Egon Zehnder, spielen weitere Attribute eine wichtige Rolle auf dem Weg nach oben - interdisziplinäres Denken und Persönlichkeit.

Aktuell haben 20 Prozent der CEOs der 400 größten deutschen Unternehmen einen Ingenieurhintergrund. Bessere Aussichten auf eine Karriere im Top-Management haben nur Business-Absolventen. Das bestätigt ein Blick in die Führungsetagen der DAX-Konzerne: 26 Prozent der Manager haben einen Finance-Background. Das aktuelle Bild zeigt allerdings auch, dass Fachwissen und Branchennähe nicht mehr allein ausschlaggebend sind für den Aufstieg in die Top-Etagen – die Zeichen stehen auf Wechsel: „Die ungeschriebenen Gesetze in der Industrie verlieren peu à peu an Gültigkeit“, sagt Thorsten Gerhard. Fachkarrieren spielten dabei branchenübergreifend eine immer geringere Rolle, so der Leiter der Industrial Praxisgruppe.

Thorsten Gerhard: „Interdisziplinäre Denke wird immer wichtiger“

Die Chancen von Ingenieuren, ins Top-Management aufzusteigen, seien laut VDI nach wie vor exzellent. Künftig sei jedoch noch stärker der Querdenker gefragt: „Technisches Wissen ist wichtig, man darf sich darin aber nicht verlieren“, sagt Gerhard. Anderenfalls laufe man Gefahr, neue technologische Entwicklungen nicht zu erkennen. Interdisziplinäre Denke werde dementsprechend immer wichtiger.

Grund sind die Veränderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen: IT-Kompetenz spiele eine immer wichtigere Rolle, auch bzw. gerade in den Führungsetagen, so der Autor. Nur wer die Technik verstehe, könne sie auch in datengetriebene Geschäftsmodelle überführen. „Technisches Ingenieurverständnis, gepaart mit Digitalisierungskompetenz und garniert mit Business-Know-how – das wäre vermutlich die optimale Basis für die Führungskraft von morgen“, folgert Sebastian Wolking in seinem Beitrag.

Bei allem Fachwissen dürfe man aber eine wesentliche Komponente nicht aus den Augen verlieren: Persönlichkeit. „Je höher Sie auf der Karriereleiter nach oben klettern, desto weniger relevant ist Ihre Fachexpertise“, sagt Gerhard. Bei ihm punkte ein Kandidat, der neugierig sei und früh im Leben seine Komfortzone verlassen habe, etwa indem er eine neue Sprache für einen Auslandsaufenthalt gelernt oder sich Managementwissen angeeignet habe, typischerweise durch einen MBA.

Sebastian Wolking: „IT-Wissen öffnet Chefetagen“, VDI Nachrichten, 08.09.2017, S. 28


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