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CEO-Suche und Nachfolge

Audit Committee Quarterly – Gemeinsam statt einsam an der Spitze: Egon Zehnder über die CEOs von morgen

Machiavellismus oder Durchsetzungsvermögen? Ein übersteigertes Ego von Führungspersönlichkeiten wird häufig nicht hinterfragt, solange der Erfolg des Unternehmens gesichert ist und die Zahlen stimmen. Und so waltet der:die CEO an der Spitze, lässt Kritik und kreative Impulse abprallen – das rächt sich allerdings auf lange Sicht, konstatieren die Beraterinnen Dr. Kati Najipoor-Smith, Marta Kowalska-Marrodán und Dr. Kathrin Heinitz in einem Beitrag im Audit Committee Quarterly.

Richtet sich eine Organisation an der monarchischen Gestalt an der Spitze aus statt an den Unternehmensinteressen, so sei das Ergebnis bestenfalls Lähmung, so die Autorinnen. Im schlimmsten Falle „verprellt unethisches Verhalten Stakeholder und Verbraucher:innen und beschädigt dauerhaft das Image und die Marke – und mindert schließlich den Unternehmenswert.“ Im Interesse nachhaltigen Wirtschaftens sollten Aufsichtsräte bei der Wahl geeigneter Kandidat:innen daher den Charakter bzw. die professionelle Identität in den Blick nehmen. „Aufsichtsräte müssen lernen, Charisma von Rücksichtslosigkeit zu unterscheiden.“ Ein sehr wichtiger Aspekt sei das persönliche Wachstumspotenzial: die Anpassungsfähigkeit der eigenen Identität, z. B. Grenzen zu erkennen sowie wandelbar zu sein. „Es geht nicht nur darum, ob Kandidat:innen ein Ziel erreichen, sondern wie“, schreiben die Autorinnen. „Erst das lässt Rückschlüsse darauf zu, wie sie bei nächster Gelegenheit agieren: nach einem erlernten Muster oder mit Flexibilität und Vision.“ Um dies herauszufinden, sei eine robuste Leadership-/CEO-Evaluierung erforderlich.

Zu guter Letzt geben die Autorinnen noch eine Empfehlung, wie Unternehmen mit einer Führungspersönlichkeit umgehen sollten, die aufgrund charakterlicher Schwächen dem kulturellen Wandel im Weg steht. Neben konstruktivem Feedback und der Möglichkeit zur persönlichen Reflexion erfordere dies auch den Mut zur Auseinandersetzung. Doch das lohne sich, so Najipoor-Smith, Kowalska-Marrodán und Heinitz, denn eins sei sicher: „Unternehmen brauchen Kreativität und Innovation auf höchster Ebene – und die kommt nur zustande, wenn ein:e CEO von starken Führungspersönlichkeiten umgeben ist.“

Dr. Kati Najipoor-Smith, Marta Kowalska-Marrodán und Dr. Kathrin Heinitz: „Die Dämmerung der Herrscher: neue CEOs für die Unternehmen von morgen“, in: Audit Committee Quarterly, I/2022, S. 41–42

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Kathrin Heinitz
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Kathrin arbeitet an der Weiterentwicklung und Validierung der Egon Zehnder-Diagnostik. Als promovierte Psychologin und ehemalige Juniorprofessorin für Arbeits- und Organisationspsychologie sichert sie unseren hohen Anspruch an Evidenz und Qualität. Daneben berät sie bei Projekten in den Bereichen Top-Management und Organisationsentwicklung. Kathrin hat zu den Themen Leadership, Positive Psychologie in Organisationen und Diversität geforscht und zahlreiche Fachartikel publiziert.
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