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Entwicklung von Führungspersönlichkeiten

Handelszeitung – „Leadership für eine bessere Welt“

Jill Ader darüber, was Egon Zehnder anspornt und worauf es dabei ankommt

Im Interview mit der Handelszeitung spricht Chairwoman Jill Ader über Anforderungen an Führungskräfte, die Auswirkungen der Pandemie sowie den Wertewandel hin zu einer diversen Firmenkultur – sowohl in den eigenen Reihen als auch bei den Klienten von Egon Zehnder. Eine wesentliche Erkenntnis infolge der Pandemie: Die Zeichen stehen auf Veränderung. Laut Egon Zehnders globalem CEO-Survey ist die Bereitschaft, sich selbst weiterzuentwickeln, enorm gewachsen. Insbesondere die Nachfrage in den Bereichen Leadership-Beratung, Entwicklung von Führungsteams und Topleuten sowie Arbeit an der Firmenkultur sei im Zuge der Pandemie gestiegen, so Ader. Auch Defizite seien in der Krise stärker zutage getreten. In dem CEO-Survey gab die Hälfte der weltweit fast tausend Konzern-CEOs zu, dass sie kaum zuhören. „Wer jetzt die Leute per Befehl ins Büro zurückbeordert, der kriegt sie vielleicht temporär zurück, aber nicht dauerhaft. Die Leute wollen heute, wo möglich, flexibler arbeiten und mehr sinnvolle Arbeit leisten,“ weiß Ader. Gerade die jüngere Generation wolle ein inspirierendes Umfeld. „Sie erwartet eine stark wertegetriebene Firma. Und sie erwartet auch, dass man das Thema Diversität und Nachhaltigkeit ernst nimmt,“ so die Chairwomen. Denn: „Großartige Ideen können von überall in einer Organisation kommen“. Eine Führung von oben nach unten sei für die meisten Unternehmen nicht nachhaltig. „Wir helfen unseren Klienten bei diesem Thema – und das geht heutzutage nicht, ohne selbst ebenfalls zutiefst divers zu sein und eine inklusive Kultur zu leben.“ Denn, so Ader: „Zu viel Gleichheit ist zerstörerisch.“ Erst vor Kurzem hat das Unternehmen seine Werte um „Spirit of Ownership“ und „Embrace Difference“ erweitert. Darüber hinaus unterstützt Egon Zehnder mit der Initiative ez+ die LGBTQ+-Bewegung, die sich für eine offene sexuelle Orientierung von Executives einsetzt. Diversity ist für Ader kein Modetrend, sondern eine Bereicherung: „Wir möchten, dass die Menschen bei uns ihr Potenzial entfalten können.“ Der Frauenanteil im Unternehmen beträgt derzeit 39 Prozent. „Das ist kein Boys Club“. 

Und was wird von einer Führungsperson sonst noch erwartet? Darauf hat Ader eine klare Antwort: „Er oder sie muss Empathie haben, die Leute abholen, kommunizieren, überzeugen können.“ Außerdem gehe es um das richtige Maß an Selbstwahrnehmung und Reflexion.

„Wenn jemand vor allem top-down führt und jetzt versucht, sein Team emotional abzuholen, dem glaubt man nicht, dem sagt man fehlende Authentizität nach. Dann kommt es zu Misstrauen.“ Wer aber die richtigen Muskeln trainiert habe, wer einen inklusiven Leadership-Stil lebe, könne sein Team leichter halten und besser entwickeln, so die erfahrene Beraterin. Gefragt sei außerdem Weitblick: „Wie stellen wir sicher, dass die Teams schlagkräftig sind – und was investieren wir, damit sie sich weiterentwickeln? Ziehen wir die besten Talente an? Was tun wir, damit Schlüsselspielerinnen und -spieler nicht zur Konkurrenz abspringen? Dafür muss man weiter in die Zukunft blicken.“ 

Stefan Barmettler: Interview mit Jill Ader „Die Hälfte hört nicht zu“, in: Handelszeitung Nr. 43,  21. Oktober 2021, Das Gespräch, S. 19 – 21

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