Was bringt das Jahr 2026 für die globale Wirtschaft? Welche geopolitischen Entwicklungen gibt es? Die FAZ greift in ihrem Jahresausblick die Sicht von CEOs auf und beruft sich dabei auch auf die CEO-Studie von Egon Zehnder.
In dem Artikel werden 10 geopolitische Trends analysiert und regionale Entwicklungen beleuchtet. Zunächst geht der Blick nach Amerika. Die Expert:innen prognostizieren eine Aufweichung der harten Zollpolitik Donald Trumps – vor allem aus innenpolitischem Kalkül. Ein weiterer Trend: Afrika gerät stärker in den Fokus Europas, während traditionelle Wirtschaftspartner „wanken“. Der afrikanische Kontinent – politisch größtenteils stabil – gilt als Wachstumsregion mit Absatzmärkten und Investitionsmöglichkeiten, etwa in den Bereichen Energie, Agrarwirtschaft, Digitalisierung und verarbeitende Industrie.
Weniger erfreulich: Das Völkerrecht wurde im letzten Jahr weiter ausgehöhlt – ein Trend, der sich wohl auch 2026 fortsetzen wird, wie der Angriff der USA auf Venezuela zeigt. „Mit der regelbasierten Ordnung schmilzt auch der Handel miteinander, weil die Risiken steigen“, schreibt die FAZ und zitiert in diesem Zusammenhang die CEO-Studie von Egon Zehnder, wonach Manager:innen die geopolitischen Unsicherheiten inzwischen als ihre größte Sorge betrachten.
Demgegenüber beruhigt sich die Geldpolitik. Die Zeit der extremen Zinsschwankungen scheint vorbei, so die Autor:innen. Allerdings kämpft China mit einer Deflation, die USA ringen mit zollbedingtem Preisdruck.
In Sachen Klimaschutz bringt 2026 leichten Rückenwind. Die CO₂-Preise steigen weltweit, fossile Energien werden unattraktiver, erneuerbare günstiger.
Aufwind erleben auch die Schwellenländer. Brüssel plant Freihandelsabkommen u. a. mit Mercosur, Indien, Malaysia, Indonesien und den Philippinen.
Ein Spannungsraum bleibt Nordostasien. Auf der einen Seite China, auf der anderen Taiwan, Japan und Südkorea, in deren Rücken Australien und die USA als Verbündete standen.
Parallel verschieben sich die globalen Handelsströme weiter Richtung Asien und Lateinamerika – der Trend werde sich 2026 beschleunigen erwarten die Expert:innen.
Im Nahen Osten steht Saudi-Arabien vor einem Wendepunkt. Sinkende Ölpreise und teure Prestigeprojekte setzen die Staatsfinanzen unter Druck.
Und zu guter Letzt steht China 2026 vor großen innenpolitischen Herausforderungen und ringt mit einer strukturellen Krise: schwacher Konsum, Immobilienprobleme, steigende Arbeitslosigkeit. Massive staatliche Investitionen sollen gegensteuern, bergen aber neue Risiken – von Überproduktion bis zu internationalen Handelskonflikten.
Sabine Balk, Christoph Hein, Falk Heunemann: Diese zehn Trends werden die Weltwirtschaft 2026 prägen – Jahresausblick, in: FAZ, 02.01.2026, S.18