Egon Zehnder
Suche
Select region
Close filter
Featured Insight

Tradition und Erneuerung

Warum Familienunternehmen eine klare Governance brauchen

Über Familienunternehmen kursieren viele positive Vorurteile: Sie gelten als stabil und verlässlich; statt in Quartalen werde dort in Geschäftsjahren oder gar in Generationen gedacht. Und tatsächlich belegen zahlreiche Studien die besonderen Qualitäten von Familienunternehmen. Allerdings darf die Tradition ihre Agilität und  Innovationskraft nicht ausbremsen, damit sie die Digitalisierung erfolgreich meistern können. In bewegten Zeiten sind häufig frisches Know-how und neue Perspektiven von außen gefragt: Neue Führungskräfte, die dann oftmals nicht der Inhaberfamilie angehören, können dabei helfen, eingefahrene Strukturen aufzubrechen und den Weg in die Zukunft zu bahnen. Ein reibungsloses Zusammenspiel von Familie und Fremdmanagement ist allerdings keine Selbstverständlichkeit. Damit dies funktioniert, braucht es insbesondere klar definierte und implementierte Governance-Strukturen, die für das richtige Gleichgewicht sorgen. Der Bund fürs Leben will wohlüberlegt sein.

Soll ein Manager von außen an die Spitze des Familienunternehmens rücken, ist vor allem Klarheit gefragt. Die zentrale Frage lautet: Welche genaue Entscheidungs- und Gestaltungsmacht hat der CEO? In welchem Umfang und wie genau möchte die Unternehmerfamilie in die strategische Ausrichtung und das operative Geschäft involviert sein? Daran knüpfen weitere wichtige Fragen an: Welche Positionen nehmen Familienmitglieder künftig im Unternehmen ein? Wie werden mögliche, das Unternehmen tangierende, familieninterne Konflikte gelöst? Wer hat im Zweifel die letzte Entscheidungsmacht?

Der zur Beantwortung dieser elementaren Fragen notwendige Diskussionsprozess kann zum Beispiel in einen Familienkodex münden oder in die Etablierung eines Familienrates. Ganz gleich, für welchen Weg sich die Unternehmerfamilie entscheidet: Die neuen Governance-Strukturen sollten von der gesamten Familie getragen sowie fixiert, transparent kommuniziert und verbindlich umgesetzt werden. Hier ist es sinnvoll, einen neutralen Prozessbegleiter einzubeziehen. Nicht zu unterschätzen ist auch der Faktor Zeit. Findet sich in der Familie kein geeigneter Nachfolger für die Firmenspitze, sollte nicht bis zuletzt gewartet werden, um der neuen Spitze die Möglichkeit zu geben, sich zu entwickeln.

Im Idealfall führt die Etablierung einer eindeutigen Governance-Struktur zu einem dynamischen Zusammenspiel von Tradition und Erneuerung, das zur treibenden Kraft künftiger Geschäftserfolge wird. Umgesetzt wird die innovative Strategie von den besten Köpfen – ganz gleich, ob sie aus der Familie oder von außen kommen.

Lesen Sie auch:

Family Gravity Study

Family Gravity Study

At Egon Zehnder, we have worked with family businesses around the world since our founding in 1964. We interviewed scores of family executives to…Mehr erfahren

Im Gespräch mit Alexander Knauf

Im Gespräch mit Alexander Knauf

Wer Knauf sagt, meint Gips – so sehr hat das 1932 gegründete Unternehmen den Weltmarkt für diesen vielseitigen Rohstoff durchdrungen. Familienunternehmer Alexander Knauf erklärt…Mehr erfahren

Im Gespräch mit Ed Schein

Im Gespräch mit Ed Schein

Im Gespräch mit Egon Zehnder fordert Ed Schein einen Umsturz der alten – unflexiblen – Führungskultur, welche die heutigen Probleme nicht mehr lösen kann:…Mehr erfahren

»Wir brauchen nicht mehr Macht, sondern mehr Freiräume.«

»Wir brauchen nicht mehr Macht, sondern mehr Freiräume.«

Wenn es um die großen Digitalisierungsthemen wie künstliche Intelligenz, Big Data und Cybersecurity geht, kommt man an ihm nicht vorbei: Der IT-Forscher Dirk Helbing…Mehr erfahren

»Sense and Respond«

»Sense and Respond«

Wirtschaftsphilosoph und Bestsellerautor Frédéric Laloux über das Ende der klassischen Organisation – und warum die Zukunft selbstführenden Organisationen gehört.Mehr erfahren

»Das ist die Reise Ihres Lebens.«

»Das ist die Reise Ihres Lebens.«

Erica Ariel Fox hat sich der Führungskräfteentwicklung verschrieben und sagt, dass in einem erneuerten Selbstverständnis der Schlüssel zu unternehmerischem Erfolg liegt.Mehr erfahren

Ex Oriente Lux

Ex Oriente Lux

Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – als solches werden Mittelstand und Familienunternehmen oft bezeichnet. Und in der Tat, das gilt besonders in Ostdeutschland. Denn…Mehr erfahren

WIRTSCHAFT+MARKT – Ex Oriente Lux: Mittelständische und Familienunternehmen in den neuen Bundesländern

WIRTSCHAFT+MARKT – Ex Oriente Lux: Mittelständische und Familienunternehmen in den neuen Bundesländern

René Sadowski, Engagement Leader, und Jörg K. Ritter, Senior Partner bei Egon Zehnder, betonen in einem Beitrag für das Magazin WIRTSCHAFT+MARKT den Stellenwert von…Mehr erfahren

DIE WELT: „Das Umfeld zählt“ – über variable Vergütung im Mittelstand

DIE WELT: „Das Umfeld zählt“ – über variable Vergütung im Mittelstand

Mittelständische Unternehmen setzen immer stärker auf variable Vergütungsmodelle, stellt Autorin Christina Anastassiou in der WELT fest. Grund dafür sind laut Jörg K. Ritter, globaler…Mehr erfahren

Livemint – Most Family Businesses Could Improve Upon Succession Planning

Livemint – Most Family Businesses Could Improve Upon Succession Planning

“Good governance is key to long-term success, especially in family-owned business, where stakeholder relationships are often complex,” says Sonny Iqbal, co-leader of Egon Zehnder’s…Mehr erfahren

Back to top