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Für die Zukunft aufstellen:
Zwei Denkanstöße

➊ CEOs müssen sich in ihre Rolle hineinentwickeln können

Die Befragungsergebnisse zeigen ein klares Muster: Die Kompetenzen, die CEOs in ihre Rolle gebracht haben, sind nicht dieselben, die sie dort aus Sicht der Befragten erfolgreich machen werden. Wichtig für den Einstieg der aktuell amtierenden CEOs waren Leistung und Ergebnisstärke. In Zukunft bestimmen Leadership-Wirksamkeit und Entscheidungs- und Risikobereitschaft den Erfolg in der Rolle. Diese Verschiebung verlangt eine Abkehr vom statischen Rollenprofil hin zu einem Reiseprofil. Dabei geht es vor allem darum, unter wachsender Komplexität souverän entscheiden zu können. Denn: Entscheidungsfähigkeit ist die zentrale CEO-Kompetenz unserer Zeit. Klassische Branchenerfahrung verliert in diesem Kontext an Bedeutung. Was zählt, sind übertragbare Führungsfähigkeiten, die CEOs helfen, in unterschiedlichen Kontexten Wirkung zu entfalten.

➋ Chairs denken CEO-Besetzungen neu

Chairs müssen heute neu über CEO-Besetzungen nachdenken, denn die Anforderungen an die Rolle verändern sich schneller als die Auswahlkriterien.

Welche Fähigkeiten sind wichtiger als der Lebenslauf?

Die Daten sind eindeutig: Während Leistung und Ergebnisse bei der Berufung noch dominieren (76 Prozent aus Chair-Sicht), verschiebt sich der Fokus für die Zukunft deutlich in Richtung Entscheidungs- und Risikobereitschaft (65 Prozent), Beziehungsfähigkeit (61 Prozent) und Haltung (46 Prozent). Chairs schauen also bei künftigen Besetzungen weniger auf den klassischen Karriereweg und stärker auf die Fähigkeit, sich in komplexen Situationen zu bewähren.

Welche Rolle spielen Internationalität und Globalität, und wird das ausreichend verstanden?

Hier zeigt sich eine auffällige Lücke: CEOs bewerten Internationalität und funktionsübergreifende Erfahrungen mit 56 Prozent als zukunftsrelevant, Chairs nur mit 28 Prozent. Angesichts der zunehmenden geopolitischen Komplexität und der Notwendigkeit, globale Geschäftsmodelle zu navigieren, sollten Aufsichtsgremien diesen Faktor kritisch überprüfen.

Zum Profil der DAX-CEOs 2026

Ergänzend zur Befragung hat Egon Zehnder den Weg von Deutschlands amtierenden 163 DAX-CEOs und Co-CEOs in ihre jetzige Position skizziert und ihren demografischen Hintergrund, Bildungskarrieren sowie Branchen- und Unternehmenswechsel abgefragt. Das Ergebnis ist ein kompaktes Profil der C-Level-Führung in Deutschlands Top-Unternehmen.

Insight 1
Rollen werden meist intern besetzt und CEOs wechseln im Schnitt rund zweimal das Unternehmen

Knapp 70 Prozent der CEOs bringen General-Management-Erfahrung mit. Mehr als ein Drittel haben Erfahrung aus Vertrieb und Marketing; knapp 30 Prozent kennen sich im Finanzbereich aus. 42 Prozent hatten zuvor bereits CEO-Erfahrung. Über 30 Prozent aller CEOs im DAX kommen von extern. 42 Prozent haben nie die Branche gewechselt – anders ausgedrückt: Der Durchschnitts-CEO tut das im Laufe seiner Karriere nur knapp einmal. Unternehmenswechsel dagegen kommen häufig vor: 85 Prozent haben mehr als ein Unternehmen gesehen; im Schnitt kommen CEOs auf rund zweieinhalb Unternehmenswechsel.

Insight 2
Internationale Erfahrung ist vorhanden, aber nicht der Normalfall

43 Prozent der CEOs haben ihre gesamte Karriere ausschließlich in Deutschland verbracht. 26 Prozent verfügen über Erfahrung im europäischen Ausland, 31 Prozent haben außerhalb Europas gearbeitet, etwa in den USA oder Asien. Jüngere CEOs (unter 50 Jahren) sind tendenziell internationaler aufgestellt: 61 Prozent bringen Auslandserfahrung außerhalb Deutschlands mit, gegenüber 56 Prozent bei den über 50-Jährigen.

Insight 3
Betriebswirtschaft dominiert – technische Profile bleiben die Minderheit, mit Branchenausnahmen

Der Bildungsweg ist überwiegend akademisch: 88 Prozent der CEOs haben ein Studium absolviert, weitere 10 Prozent zusätzlich eine Ausbildung. Inhaltlich dominiert BWL/VWL mit 56 Prozent. Technik kommt auf 28 Prozent, Naturwissenschaften auf 9 Prozent. Gleichzeitig zeigen sich sektorale Unterschiede – etwa ein höherer Anteil technischer Profile in der Industrie.

Insight 4
Promotion und MBA sind kein Standard

52 Prozent der CEOs haben weder Promotion noch MBA. 28 Prozent verfügen über eine Promotion, 15 Prozent über einen MBA. Bei jüngeren CEOs (unter 50 Jahren) ist der MBA häufiger als eine Promotion; bei den über 50-Jährigen kehrt sich dieses Verhältnis um.

Insight 5
Das DAX-CEO-Profil bleibt homogen

Die Desktop-Recherche zeigt ein sehr einheitliches Profil: 96 Prozent der CEOs sind Männer; Frauen stellen 4 Prozent. Das Durchschnittsalter liegt bei 56,4 Jahren. Im Nationalitätenmix dominieren Deutsche (79 Prozent) und Europäer (17 Prozent).

Zur Methodik

Teil I basiert auf einer Befragung von 36 CEOs und 46 Chairs aus Unternehmen im DAX, MDAX und SDAX (Rücklaufquote: 25 Prozent). Teil II enthält Einordnungen und Denkanstöße auf Basis der Befragungsergebnisse. Das Datenblatt basiert auf einer ergänzenden Desktop-Recherche zu den Karrierewegen der 163 amtierenden DAX-CEOs und Co-CEOs (Stand: Februar 2026).

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CEOs in Deutschland 2026: Konturen eines neuen Profils
CEOs in Deutschland 2026: Konturen eines neuen Profils
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